Lesedauer 8 Minuten

Es werden immer wieder Amazon KDP Konten durch Amazon gelöscht, WARUM?

Das Versprechen:

Schnell, viel Geld mit der Veröffentlichung von (Low Content) Büchern verdienen

– leider ein falsches Versprechen.

Im besten Fall geht ein solcher Versuch, KDP zum Gelddrucken zu verwenden, schief. Viele werden das vermutlich erst erkennen, nachdem sie einiges Geld an Menschen gezahlt haben, die tatsächlich viel Geld damit verdienen – nämlich mit teuren Kursen zum schnellen Geldverdienen. Und im schlimmsten Fall hat man mit viel Aufwand etwas aufgebaut, sich nicht an die Regeln gehalten und der Account wird durch Amazon gelöscht. Eine Möglichkeit, mit der schon investierten Arbeit oder den veröffentlichen Büchern, jemals wieder Geld zu verdienen, gibt es dann nicht mehr und eventuell hat man sogar eine Klage am Hals.

Es ist einfach nicht so, dass man mit Amazon KDP schnell, viel Geld verdienen kann. Der Weg dahin ist lang, verbunden mit Arbeit und vermutlich Zweifeln, um mittelfristig nennenswerten Ertrag zu haben.

Bitte nicht falsch verstehen. Es ist durchaus möglich, als Business Low Content Büchern oder Full Content zu erstellen und zu verkaufen, und damit ein nennenswertes Einkommen zu erzielen. Aber Amazon KDP ist KEIN „GET RICH QUICK“- GESCHÄFT. Es steckt eine Menge harter Arbeit und Geduld dahinter – manchmal sogar ein Investment in Kurse oder Inhalte / Cover. 

Warum werden so viele Accounts durch Amazon gelöscht?

Die Fragen warum, was kann ich nun machen… finden sich täglich in den diversen Facebook Gruppen zum Bücher Veröffentlichen. Den Nutzern wurde mitgeteilt, dass ihr KDP Account gelöscht oder vorübergehend gesperrt wurde.

„Mein KDP Account wurde durch Amazon gesperrt. Was kann ich tun?“

Das lässt sich einfach beantworten. Wurde der Account gelöscht, nichts (es sei denn es war unrechtmäßig), und zwar dauerhaft. Die Betroffenen haben keine Möglichkeit mehr, in Zukunft auf Amazon irgendwelche Bücher zu veröffentlichen. Alle noch offenen Tantiemen werden in der Regel nicht ausbezahlt. Game Over!

„Warum habe ich diese böse Mail von Amazon erhalten?“

Wenn ich mir so durchlese was die Betroffenen schreiben, komme ich in der Regel zum immer gleichen Ergebnis: Da hat jemand seine Hausaufgaben nicht gemacht, oder gemeint, dass Regeln in seinem Fall nicht gelten. Aber auch nicht in allen Fällen. Manche Sachen scheinen einfach, entpuppen sich aber als Fallstricke – gerade für Anfänger.

Im Prinzip ist es einfach, Probleme mit dem Account zu vermeiden. Als Nutzer von Amazon KDP, muss man sich nur an die Inhaltsrichtlinien auf der Amazon Hilfeseite halten. Klingt einfach, ist es aber nicht immer.

Das Durchlesen dieser Richtlinien ist Pflicht für jeden Nutzer und sich Zeit zu nehmen, zu diesem Thema einige gute Videos anzusehen, sollte für Dich selbstverständlich sein. Und zwar BEVOR Du beginnst, etwas auf KDP zu veröffentlichen. „BEVOR“, weil es oft gerade die ersten Veröffentlichungen sind, die unbeabsichtigt Fehler enthalten.

Hier einige Tipps zur Vermeidung rechtlicher Falschstricke auf Amazon KDP:

  • Mach Deine Hausaufgaben und beschäftige Dich mit den KDP-AGB und den Hilfeseiten
  • Eröffne NIE mehr als ein Konto. Das ist einer der häufigsten Gründe für die Löschung all dieser Accounts
  • Verwende KEINE kostenlosen Bilder aus der Google-Suche

Und prüfe ALLE kostenlos zur Verfügung gestellten Bilder, egal aus welcher Quelle, auf die Lizenz zur Nutzung in KDP und über die Google rückwärts Bildersuche auf Urheberrechte. Zu oft schmücken sich Anbieter mit fremden Federn. Was kostenlos angeboten wird ist leider oft „geklaut“ und unterliegt trotz anderweitiger Aussagen, dem Urheberrecht. Wenn Dir das Prüfen zu aufwendig oder heikel erscheint, kaufe besser Lizenzen oder ein monatliches Abonnement einschlägiger Anbieter, wie etwa Creative Fabrica. Ändere den heruntergeladenen Inhalt aber auch dann immer deutlich ab.

  • Egal was Du verwendest, veröffentliche NIE unverändert

Nimm an allem was Du heruntergeladen hast, immer deutliche Änderungen vor. So gibst Du dem Inhalt eine persönliche Note, wirst weniger vergleichbar und hältst Dich an die Richtlinien der Anbieter. Einzig liniertes Journalpapier, karierte Seiten oder ähnliche einfache Dinge könnten Ausnahmen sein. Aber auch hier erhöhst Du zumindest Deine Verkaufschancen durch eine persönliche Note.

  • Verwende NIEMALS Markenzeichen / Copyright-Material – egal ob grafisches oder Text

Logos, Figuren, Namen…. Alles kann geschützt sein. Bei Marvel-Figuren oder den Schlümpfen wirst Du vermutlich nicht erst nachsehen müssen, ob sie einem Copyright unterliegen. Aber auch bei jedem Weihnachtsmann für ein Malbuch solltest Du über die Google rückwärts Bildersuche prüfen, ob da was vorliegt. Hier kann es allerdings durchaus tricky werden, denn zu 100% kannst Du so nie sicher sein – ein blödes Gefühl.

  • Erstellen NICHT einfach unterschiedliche Cover und verwende dafür den exakt gleichen Inhalt

Amazon mag keine Spamer – allerdings weiß niemand, wo Amazon die Grenzen zieht. Sehr ähnlichen Inhalt, mit unterschiedlichem Cover, für unterschiedliche Nischen oder Zielgruppen anzubieten, ist sicher okay. Also ein Angel-Journal sowohl für Friedfische, Raubfische und Hochseeangeln mit nahezu gleichem Inhalt aber unterschiedlichen Cover, ist sicher kein Problem. Das gleiche Cover dabei mit unterschiedlichen Hintergrundfarben und leicht abgewandeltem Untertitel anzubieten, scheint hingegen keine gute Idee. Ein kariertes Notizbuch bleibt aber ein kariertes Notizbuch. Ob es bei gleichem Design und Spruch in 20 verschiedenen Hintergrundfarben, Probleme mit Amazon gibt, weiß keiner wirklich. Es gibt hunderte solcher Fälle im Angebot, aber eigentlich widerspricht es den Regeln.

  • Stopfen den Titel und Untertitel NICHT mit einem Haufen von Keywords voll

Auch wenn es verlockend ist, Keyword-Spamming ist schlicht nicht zulässig. Vermutlich wird Dein in dem Fall Dein Buch schon bei der Prüfung durch Amazon KDP hängen bleiben. Kommt es aber doch durch, kann es noch schlimmer kommen. Denn dann kann es als Vergehen gegen die Vorgaben geahndet werden und im schlimmsten Fall Dein Account gelöscht werden.

  • Verwende niemals Schlüsselwörter in Deinem Pseudonym

Wie beim Titel auch – es widerspricht den Regeln. Ja, du kannst noch viele solche Fälle finden – aber genau das sind Kandidaten, die vermutlich demnächst in Gruppen fragen, was sie gegen die Löschung unternehmen können.

KeyWords in Titel oder Pseudonym sind übrigens die vermutlich häufigsten Ablehnungsgründe bei der Prüfung. Die Mail, die man dann erhält, sagt das aber nicht so deutlich. Das wiederum ist der Grund, dass viele ratlos in Gruppen fragen, warum ihr Buch nicht veröffentlicht wird.

  • Verwenden KEINE berühmten Autorennamen als Pseudonym

Es ist urheberrechtlich verboten und widerspricht auch den Regeln von Amazon KDP.

  • Verwende KEINE Marken, berühmte Autoren, Filme usw. in den 7 Stichwortfeldern

Es ist nicht zulässig!

  • Lade gemeinfreie Bücher NICHT in unveränderter Form hoch

KDP verlangt von Dir, dass Du bestimmte Änderungen vornimmst.

  • Wähle für Dein Buch keine irrelevante Buchkategorien

Amazon sieht darin einen Versuch, das System zu betrügen.

  • Verwende kein Software-Programm zum Hochladen von Hunderten von Büchern auf einmal

Es ist ebenfalls nicht zulässig und kann eine Sperre/Kündigung nach sich ziehen.

  • Eröffnen kein neues Konto, wenn Dir gekündigt wurde

Amazon hat Möglichkeiten, das herauszufinden und wird reagieren.

  • Wenn Dein Partner, Ehepartner, Geschwister… KDP im selben Haus machen wollen, muss jeder sein eigenes Bankkonto benutzen

Besser ist es sogar, wenn ihr unterschiedliche Computer nutzt. Ansonsten könnte Amazon auf die Idee kommen, dass Du mehrere Accounts hast.

Es gibt sogar Fälle, wo Amazon bei der Verwendung desselben WiFi-Netzwerks zu dem Schluss kommt, dass es sich um mehrere Konten derselben Person handelt. Das lässt sich aber klären.

 

Letztlich ist es ganz einfach: Denke bei allem was Du verwenden möchtest, was Du empfinden würdest, wenn jemand Dein geistiges Eigentum verwenden würde und verhalte Dich so, dass Du, wenn es um Dein Eigentum ginge, damit einverstanden wärst!

Zum wirklichen Problem für Dich kann es aber werden, wenn Du  mit Deinen Versuchen die Regeln zu umgehen, egal ob mit Keywords im Titel, urheberrechtlich geschützten Bildern, kopiertem Inhalt oder was auch immer, durch die Amazon Prüfung durch kommst, und das Buch so veröffentlicht wird. Dann kann es passieren, dass Amazon Deinen, bis dahin vielleicht sogar ertragreichen, Account löscht, Du nie wieder einen eröffnen darfst und auch keine noch ausstehenden Tantiemen erhältst. Es kann sogar passieren, dass Du von einem Rechteinhaber verklagt wirst.

Also: halte Dich an die Regeln uns sei lieber zu vorsichtig als zu wenig! Amazon hat Möglichkeiten alles zu prüfen und kommt Dir früher oder später auf die Schliche.

Vor dem Start mit Amazon KDP

Viele Neulinge fragen, wo sie „kostenlose“ Inhalte und Cover bekommen können. Sie wollen wissen, wie viele Tage es noch dauert, bis sie Verkäufe von ihren 100 in den ersten 5 Tagen hochgeladenen, linierten Notizbüchern erzielen, die sie in unterschiedlichen Farben und mit dem Wort Notizbuch in großen Lettern gestaltet haben. Das scheint mir eher kein guter Start. Und bei Vielen habe ich die Befürchtung, dass sie sehr bald mit der Frage mach gesperrtem Account wieder in Erscheinung treten werden.

Wer im Ansatz so denkt, sollte unbedingt auf YouTube einige Videos zum Thema „KDP account banned“ (KDP-Konto gesperrt) ansehen, um zu erfahren, was man bei KDP auf keinen Fall tun sollte. Der größte Fehler, den man immer wieder sehen kann, ist die Erwartung, etwas zu kopieren, oder ein kostenloses Interieur, ein kostenloses Cover zu nehmen, es auf KDP zu klatschen und schnell sehr viel Geld zu verdienen.

Amazon ist ein Weltkonzern, der bei Leuten, die versuchen, sie oder ihre Kunden zu betrügen, nicht lange fackelt. Wenn also jemand versucht, zu spielen, zu betrügen, zu lügen oder von Amazon-Kunden geistiges Eigentum zu stehlen, wird sein Konto vermutlich schnell Geschichte sein. Und: Sobald man draußen ist, ist und bleibt man draußen.

Für den, der es schafft, an den KDP-Rezensenten vorbeizukommen, gibt es drei recht wahrscheinliche Gründe aufzufliegen.  

  • Kunden, die Bücher mit gestohlenen oder unveränderten, kostenlosen Inhalten kaufen, den sie schon einmal gesehen oder gekauft haben, können es an Amazon melden und eine schlechte Rezension geben.
  • Die Inhaber der Rechte suchen regelmäßig nach Kopien ihrer Werke – und melden das an Amazon.
  • Die Suchprogramme von Amazon erkennen, dass bei der Überprüfung etwas durchgerutscht ist.

Sei Dir also bewusst, dass das Urheberrecht immer im Vordergrund steht und Dinge auf „freien“ Seiten, wie auch Public Domain Texte, geändert oder bearbeitet werden müssen, damit Amazon sie zulässt oder später nicht moniert. Und Seiten wie Creative Fabrica und Vecteezy sind lizenziert. Du solltest also die Lizenzen lesen und verstehen, was oft nicht wirklich immer einfach ist. Allein schon deshalb, weil die Rechtstexte oft in Englisch sind und in den Übersetzungen noch schwieriger zu verstehen. Eine kommerzielle Lizenz etwa, bedeutet zwar, dass Du es verwenden kannst, aber nicht in seiner Grundform. Du musst einige signifikante Änderungen daran vornehmen, damit es sich vom Original und von den Büchern anderer Leute, die das Gleiche gekauft haben, unterscheidet.

Der sicherste Weg, wenn Du es nicht selbst auf die Reihe bekommst, ist, einen Künstler oder Kunststudenten oder Grafikdesigner oder Autor zu bezahlen, um originalen Inhalt zu erhalten. Mach dabei aber unbedingt klar, dass sie diesen Inhalt NICHT an andere verkaufen dürfen. Aber selbst das bietet nur eingeschränkte Sicherheit. Und das investierte Geld musst Du auch erst noch wieder verdienen.

Also: Befolge die Regeln und behalte Dein Konto. Lass Dein Geschäft langsam und sicher wachsen. Der Aufbau eines Amazon KDP Business braucht Zeit. Nicht eine Woche oder einen Monat. MONATE. Vielleicht sogar mehr als ein Jahr.

Der Aufbau eines Amazon KDP Business braucht Zeit. Nicht eine Woche oder einen Monat. MONATE. Vielleicht sogar mehr als ein Jahr. Klick um zu Tweeten

 

Hier noch ein Link zur amerikanischen Amazon KDP-Hilfeseite

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.