selfpublishing
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(eBook) SelfPublishing – kurz zusammengefasst

Hier habe ich in wenigen Worten zusammengefasst, was alles vor Dir liegt, wenn Du ein Buch schreiben und über SelfPublishing veröffentlichen willst.

Die Buchidee:

Vereinfacht gibt es zwei Herangehensweisen. Wenn Du eine Idee, ein spezielles Interesse oder Fähigkeiten hast, wird sich daraus in der Regel der Buchstoff entspinnen. Oder aber, und das ist nicht einmal so ungewöhnlich, Du suchst eine Zielgruppe, die Dir möglichst erfolgversprechende erscheint, das können die populären Genres sein, wie Fantasy, Sify, Business-Entwicklung…, oder eine vielversprechende Nische wie etwa Vogelkunde, Fotografie…. Bei den letzten beiden Möglichkeiten wählst Du also zwischen großer Zielgruppe und vielen Mitbewerbern und kleinerer Leserschar und weniger angebotenen Büchern. Meist wird zu letzterem geraten. Bedenkt man aber, dass sich in solchen Feldern oft AutorInnen befinden, die über ein spezielles Interesse, Erfahrung oder Fähigkeiten den Weg zum Buch gefunden haben, kann es durchaus sein, dass die inhaltliche Qualität entsprechend hoch ist – ein harter Wettbewerb.

Das Schreiben:

ein Buch Schreiben

Pixabay

Der Teil, der am meisten Spaß machen kann, wenn Du aus Interesse am Thema schreibst oder etwas loswerden willst, aber auch einiges an Arbeit und Aufwand bedeutet. In den einzelnen Kapiteln auf schreibspass.de findest Du viel Hilfreiches, was Du Dir am besten vorher durchlesen solltest. Hier einige Eckpunkte: – Loslegen – gute Vorbereitung – ausreichende Recherche – zielführender Plot – beim Schreiben zunächst auf Inhalt nicht auf Perfektion achten – Überarbeitung – Testleser – Überarbeitung – Testleser – Überarbeitung

Für das Schreiben wirst Du Deinen Weg finden. Mit Notizbuch und Stift oder Tablett / Laptop, am Küchentisch oder im Büro oder in der Natur, vielleicht auch im Café, mit Word, OpenOffice oder mit einem speziellen Programm wie Papyrus Autor

Als letzter inhaltlicher Schritt bietet sich ein professioneller Lektor oder zumindest aber jemand mit hoher Rechtschreib- und Grammatiksicherheit an. Für einen Profi muss man als Autor mit 800 – 1.500 € rechnen, eine gute Rechtschreib- und Grammatiküberarbeitung kommt mit einer Essenseinladung oder etwa 150 € bei schreibspass.de deutlich günstiger. Man muss aber deutlich sagen, dass ein Profi-Lektor auch mehr sieht und leistet.

Die Gestaltung / das Layout:

Cover und Inhalt sollen schon auf den ersten Blick Interesse beim potenziellen Kunden wecken. Das kann beim SelfPublishing zur Herausforderung werden – muss es aber nicht.

Für den Inhalt bieten sich die Vorgaben der Druckereien an, egal ob das Buch jemals gedruckt wird oder nicht. Solltest Du es jemals als „echtes“ Buch in der Hand halten wollen, führt sowieso kein Weg daran vorbei, und auch als eBook macht es so den bestmöglichen Eindruck.

Beim Cover gilt es zu beachten, dass es auf unterschiedlichen Wegen wirken und funktionieren muss. Es muss bei Amazon oder anderen Verkaufsplattformen als Miniatur gut wirken, aber auch vergrößert auf dem PC-Bildschirm oder gedruckt. E-Bookreader zeigen das Cover meist nur in schwarz/weiß. Also sollte das Cover auch danach gestaltet sein. Und nicht zuletzt sollte es Interesse wecken, zum Genre passen und in sich stimmig sein. Und auch der angesprochene Markt kann eine Rolle spielen. In Deutschland funktioniert sachlich und seriös, meist besser, in den USA durchaus (aus unserer Sicht) schrill und schreiend.

Selbstverständlich wird es viele geben, die selbst eine gute Gestaltung hinbekommen. Für die meisten wird es allerdings eine Überlegung wert sein, vor allem wenn Ihr Euer Werk einer breiten Öffentlichkeit anbieten möchtet, hier jemanden ran zu lassen, der das gut und eventuell öfter macht. Ein gutes Cover dürfte liegt dann irgendwo zwischen einer Kiste Bier und 450€.

Der Verkaufspreis:

Buchpreis SelfPublishing

mohamed Hassan_Pixabay

Im deutschen Markt herrscht Buchpreisbindung. Das heißt, er muss auf allen Kanälen, die Du bedienen möchtest, gleich sein. Bei einige Anbietern gibt es Vorgaben zur Preisgestaltung. Also bietet es sich an, dies auf den möglichen Kanälen aktuell zu prüfen und das gleich so zu berücksichtigen.

Im deutschsprachigen Markt kosten aktuell etwa 2/3 der durch den Autor selbst publizierten eBooks 2,99 €. Nur etwa 9% sind teurer und der Rest liegt meist bei 0,99€.

Bei der Überlegung welchen Preis Du aufrufen möchtest, stell Dir die Frage, wie viele Käufer wird Dein Buch vermutlich zu einem höheren Preis finden und wie viele würden sich bei einem geringeren zum Kauf entscheiden? Wenn Du für Deine Arbeit 9,99€ als angemessen empfindest und findest nur wenige die das auch so sehen, hilft das weniger weiter, als wenn Du über Deinen Schatten springst, 2,99€ verlangst und ein Vielfaches an Lesern zuschlagen.

Wahl des Vertriebskanals:

Wer im SelfPublishing viele potenzielle LeserInnen mit einem eBook erreichen will, kommt an Amazon nicht vorbei. Mit einem Marktanteil von ca 60% haben sie das deutlich größte Stück vom Kuchen. Den Rest teilen sich die Anbieter der Tolino-Allianz (Thalia, Weltbild, Hugendubel, buecher.de, Osiander.de, Meyersche, eBook.de und andere) und Apple.

Amazon KDP-Select-Programm:

Wenn Du Dich mit Deinem eBook, und nur mit diesem, für drei Wochen an Amazon bindest, also nur über Amazon verkaufst, kann Dir das Programm einen gewissen Schub verschaffen. Fünf Tage pro Quartal kannst Du Dein Buch hier verschenken, was dann sinnvoll sein kann, wenn Dein Buch hauptsächlich Mittel zum Zweck für den Vertrieb anderer (Dienst-) Leistungen ist. Zudem wird es in der Leihbibliothek angeboten, was Dir gut 1€ pro Leihe einbringt. Beides eignet sich hervorragend, um in Marketingaktivitäten eingebunden zu werden. Weiter Möglichkeiten mit KDP schaust Du Dir am besten bei Amazon direkt an.

Werbung für das Buch:

Potenzielle Käufer für Dein Buch zu finden ist die Königsdisziplin. Und bei SelfPublishing liegt diese Aufgabe ausschließlich bei Dir. Für mich flunkert jeder, der behauptetet, es für Dein Buch „richtig professionell und erfolgreich“ zu wissen, zumindest etwas. Es gibt kein Patentrezept! Das Amazon KDP-Programm kann die Sichtbarkeit erhöhen und, wenn es zum Konzept passt, über die Geschenkaktion Reichweite erzeugen. Leserunden in unterschiedlichster Form, etwa bei Sozial-Reading-Seiten wie Lovley Books oder in Streams können Interesse wecken und LeserInnen zu Fans machen. Die Autorenseite bei Amazon bietet etwas zusätzliche Sichtbarkeit. Letztlich wird der Weg aber über Eigeninitiative zum Beispiel in Facebook oder XING – Gruppen und geschalteter Werbung bei Facebook, Google oder andere Anbieter führen. 

Wirst Du mit Deinem Buch reich?

Warum nicht? Du musst nur genug verkaufen!

Spaß beiseite: Im Durchschnitt kannst Du vor Steuer mit knapp 40% vom aufgerufenen Preis rechnen (je nach Kanal, Preis, Steuer… im Internet gibt es einige Rechenbeispiele). Verkaufst Du Dein Werk etwa für 2,99€ bleiben etwa 1,19€ für Dich. Du müsstest dann also etwa 840 Bücher im Monat verkaufen, um damit 1.000€ brutto zu verdienen. Bei 9,99€ währen es gut 250 Exemplare und bei 0,99€ stolze 2.850 (hier gibt es bei Amazon nur noch 35% Honorar). Stolze Zahlen für eine Veröffentlichung im SelfPublishing.

Geld verdienen durch SelfPublishing

pasja1000_Pixabay

Statistiken und Umfragen kommen zu dem Ergebnis, dass in Deutschland von einem Business- oder Sachbuch im Durchschnitt etwa 300 Stück im Jahr verkauft werden und gut die Hälfte aller SelfPublisher mit einem Buch nur bis zu 50€ im Monat verdienen. Das heißt aber auch, dass die andere Hälfte mehr verdient. Immerhin 15% bekommen monatlich mehr als 500€ überwiesen, etwa zwei von hundert sogar über 7.500€. „Aber im Internet gibt es doch einige Anleitungen und Kurse, die garantieren mir, dass ich innerhalb von 2 Monaten einige Tausend Euro pro Monat mit eBooks verdienen werde?“ Ich habe es nicht selbst ausprobiert, dafür sind mir Geld und vor allem auch Zeit zu schade. Wenn ich mir aber die meisten der zugehörigen „Webinare“ ansehe, komme ich mir vor wie beim Homeshoppingkanal. Und mir stellt sich die Frage, wem ich glauben soll: den Anbietern oder den Statistiken.

Was auffällt, wenn man zu dem Thema recherchiert: in den meisten Fällen steigt der Umsatz parallel zum finanziellen Aufwand, den der Autor betreibt. Nahezu jeder, der mehr als 2.500€ pro Monat mit seinem Buch einnimmt, hat sich zuvor einen Lektor geleistet und über Alles zwischen 1.000€ und 1.500€ ausgegeben. Insgesamt nimmt wohl inzwischen jeder dritte einen Lektor in Anspruch. Etwa 2/3 geben für ihr eBook 50 – 500€ aus.

Der häufigste und wohl gangbarste Weg, mit SelfPublishing Geld zu verdienen ist es, regelmäßig Bücher zu veröffentlichen (10 x 50€ sind eben auch 500€) oder die Bücher als Werkzeug für andere Einnahmeformen zu sehen, wie es zum Beispiel viele Berater und Coaches machen. 

 

Abgabepflicht bei der Nationalbibliothek

Für Publikationen von AutorInnen mit Wohnsitz in Deutschland besteht eine Ablieferungspflicht ihrer Werke bei der Deutschen Nationalbibliothek!

Zwei Pflichtexemplare Deines Buches musst Du dort einreichen und eventuell noch zwei bei der Landesbibliothek. Lässt Du Dein Buch nicht sofort in einer gewissen Auflage drucken, sondern bietest es als Book on Demand an, etwa bei KDP von Amazon, musst Du Deine beiden Exemplare erst dann einschicken, wenn 25 davon im Umlauf sind. Melden musst Du das Buch trotzdem sofort. Es ist also Deine Entscheidung: gleich zu Beginn zwei Exemplare an die Deutsche Nationalbibliothek senden und so eventuellem Ärger aus dem Weg zu gehen, wenn Du es nach 25 Exemplaren vergisst, oder erst nach 25 Exemplaren. Überlege es Dir gut, da das auch eine Kostenfrage sein kann. Erwartest Du zeitnah, dass 25 oder mehr Bücher in gedruckter Form verkauft werden? Dann mach es besser gleich!

Je nach Bundesland in dem Du wohnst, entscheidet es sich, wohin du das Päckchen mit einem formlosen Anschreiben senden musst:

Für: Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Deutsche Nationalbibliothek

Deutscher Platz 1

04103 Leipzig

Für: Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein

Deutsche Nationalbibliothek

Adickesallee 1

60322 Frankfurt am Main

Wenn Dein Buch eingereicht wurde, findest Du es im VLB.

Und die Landesbibliothek?

In Bayern und Baden-Württemberg gibt es eine Ablieferungspflicht für zwei Exemplare, in allen anderen Bundesländern für eines! Wohin Du das schicken musst, findest Du am übersichtlichsten auf Wikipedia!

Und bei eBooks?

Im Netz findet an dazu unterschiedliche Auslegungen. Die meisten sind der Ansicht, dass für eBooks eine Abgabe nicht vorgeschrieben ist. Ich lese aus entsprechenden Seiten etwas anderes heraus. Mach Dir selbst ein Bild!

Hier die Seite der Deutsche Nationalbibliothek zu Netzpublikationen – darunter fallen eBooks SAMMLUNG UNKÖRPERLICHER MEDIENWERKE  und vom deutschen Forschungsnetzwerk

Da die Meldung von eBooks KOSTENFREI ist, bietet es sich an, in vorauseilendem Gehorsam aktiv zu werden und das eBook zu melden. Das pdf wie es funktioniert, findest Du hier. Allerdings ist die Seite zum Download des Formulars bei der Deutschen Nationalbibliothek aktuell nicht erreichbar?!? Ich habe dort angefragt und werde das hier einfügen, sobald ich eine Antwort bekomme.

ACHTUNG: Jede Änderung erfordert eine neue Einreichung

Für gedruckte Bücher solltest Du zwei Dinge unbedingt beachten:

– die kleinste Änderung erfordert eine neue ISBN und eine erneute Einreichung bei der DNB!

Selbst die Korrektur eines Wortes oder der Tausch eines Bildes ist schon eine meldepflichtige Änderung. Wenn Du also Dein Buch als Book on Demand zur Verfügung stellst, sein Dir möglichst sicher, dass Du es nicht so schnell ändern willst oder musst!

– erscheint Dein Buch auch in anderen Sprachen, musst du es auch in diesen abgeben!

Wenn Du Deiner Abgabepflicht von Netzpublikationen nicht nachkommst, gibt es derzeit wohl noch keine Sanktionen. Bei gedruckten Büchern droht allerdings ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro. Normalerweise folgt aber erst ein paar Wochen nach Eintrag eines lieferbaren Titels in das „Verzeichnis lieferbarer Bücher“ VLB, dort sind alle in Deutschland erscheinenden und lieferbaren Bücher mit Preis und Bezugsquelle aufgelistet – die wichtigste Informationsquelle der Buchhändler, ein freundliches Schreiben, doch bitte der Ablieferungspflicht nachzukommen.

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